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Unser Bildungstag in Brüssel

Wie es dazu kam
 
 
Im Februar haben wir uns im Team Bunt mit dem Thema Europawahl befasst. Dabei stellten wir fest, dass wir keinen Eindruck von den Rahmenbedingungen in Brüssel und der Arbeitssituation der Abgeordneten haben. Das wollten wir ändern und planten einen Besuch im Europaparlament in Brüssel.
Das Büro von Frau Sabine Verheyen reagierte schnell auf unsere Anfrage und wir hatten Ende April eine Zusage für Dienstag, den 8. Oktober, vorausgesetzt, Frau Verheyen, wird wiedergewähltes Mitglied des Europaparlaments.
Den Ablauf des Tages und die notwendige Begleitung vor Ort konnten wir durch die gute Unterstützung von Frau Maennl Schorn, der zuständigen Mitarbeiterin von Frau Verheyen gut und schnell Klären.
Wir wollten einen ganzen Tag vor Ort erleben und einen umfassenden Eindruck der Arbeit des europäischen Parlaments bekommen. Der Tag vor Ort war von 9:30 Uhr bis 16:30 Uhr in den unterschiedlichen Gebäuden verplant.
Begonnen haben wir mit einem Besuch der Parlamentariums. Anschließend haben wir im Plenargebäude des Europäischen Parlaments ein Gespräch mit der Europaabgeordneten Frau Sabine Verheyen und einen Besuch des Sitzungssaales geplant. Abschließend sind wir zum Haus der Europäischen Geschichte gegangen.
Die Auseinandersetzung: wie kommen wir nach Brüssel? verlief in einigen Schritten:
Eigentlich wollten wir mit Bahn und U-Bahn hinfahren. Sowohl die Buchung von entsprechend vielen Plätzen für Menschen mit körperlichen Einschränkungen als auch die Notwendigkeit von mehreren Umstiegen mit nur einem Aufzug je Station hätten die Fahrtzeit sehr verlängert. Auch die Anerkennung von Schwerbehindertenausweisen zu Erlangung von Preisnachlässen erwies sich als Hürde.
Der Versuch ein Busunternehmen mit der Fahrt zu betrauen war für den Termin nicht zu realisieren. Sind solche Reisen für ein bis zwei Menschen mit körperlichen Einschränkungen machbar, klappt es für eine Gruppe von insgesamt 11 Personen nur mit sehr hohem Aufwand.
Wir waren dankbar, dass wir die Fahrzeuge des VKM für den Bildungstag nutzen konnten. Da der Crafter nicht geeignet für eine Tiefgarage ist, musste der auf einem P&R Parkplatz sieben U-Bahnstationen vom Europaviertel entfernt geparkt werden.
Um 7:00 Uhr haben wir uns auf dem Parkplatz vor dem Kränzchen auf die Fahrzeuge verteilt und sind bei regnerischem Wetter pünktlich losgefahren.



Die erste Station nach unserer Ankunft war das sogenannte „Parlamentarium“. Dies ist das Besucherzentrum des Europäischen Parlaments. Hier wurden wir von den Mitarbeiter*innen von Frau Verheyen in Empfang genommen. Uns wurde das Programm für den Tag vorgestellt. Danach haben wir das Parlamentarium besucht. Dort trafen wir auf die erste Sicherheitskontrolle des Tages – wie am Flughafen mussten wir unsere Taschen auf ein Band legen und durch einen Metalldetektor laufen. Dies sollte nicht die letzte Kontrolle des Tages bleiben!
Im Parlamentarium hatten wir die Gelegenheit, in Ruhe anzukommen. Wir konnten uns mit dem großen Komplex des europäischen Parlaments vertraut machen. Wir bekamen auch schon einen kleinen Vorgeschmack darauf, welche Wege wir an diesem Tag zurücklegen mussten. Ausgefallene Aufzüge stellten mehrfach ein Hindernis dar, durch das wir Umwege in Kauf nehmen mussten. Doch ebenso trafen wir auf ausgesprochen freundliche und stets hilfsbereite Mitarbeiter*innen, die zum Gelingen des Besuches beigetragen haben.
Zur vereinbarten Zeit wurden wir wieder abgeholt und machten uns auf den Weg zum eigentlichen Parlamentsgebäude.

Nach dem Besuch des Parlamentariums sind wir vor dem Gebäude von einem Mitarbeiter von Frau Verheyen abgeholt worden. Dieser hat uns zum Plenargebäude begleitet und durch die Sicherheitsschleuse assistiert.
Dann sind wir mit dem Aufzug zum 2. Stock gefahren. Der Flurbereich war sehr groß und es befanden sich verschiedene Informationsbereiche dort. Unter anderem ein Areal, in dem alle Flaggen der Mitgliedsstaaten ausgestellt waren, und ein riesengroßes Bild vom Sitzungssaal.
Vor dem Bild des Sitzungssaals wurden Erinnerungsbilder gemacht. Der Mitarbeiter von Frau Verheyen hat uns einiges zum Parlamentsgebäude erzählt, um die Wartezeit auf den Gesprächstermin mit Frau Verheyen zu überbrücken.
Darauf mussten wir warten, weil sich die Tagestermine von Frau Verheyen verschoben hatten. Dann wurden wir zu einem Sitzungsraum in den 4. Stock begleitet in dem wir mit Zeitverzögerung Frau Verheyen getroffen haben.
Frau Verheyen kam 10 Minuten, bevor sie einen anderen Sitzungstermin hatte. Wir waren gespannt, was für einen Eindruck wir in der kurzen Zeit bekommen würden. Dann die Überraschung: Frau Verheyen nahm sich sehr viel Zeit, sie ließ sich in der anderen Sitzung vertreten und nahm sich rund 45 Minuten Zeit für ein Gespräch mit uns. Wir hatten verschieden Themenschwerpunkte z.B. internationaler Schwerbehindertenausweis, Fahrprobleme mit dem ÖPNV als Gruppe von Behinderten vorbereitet.
Frau Verheyen war sehr aufgeschlossen und locker, sie begegnete uns auf Augenhöhe und wir kamen sehr schnell in eine angeregte Diskussion. Zu unseren Themen konnte sie Stellung beziehen, war erstaunlich sachkundig. Wir hatten den Eindruck, dass ihr behinderungsrelevante Themen am Herzen liegen. Sie erläuterte uns die gesetzliche Zusammenhänge und die Verknüpfung von nationalen und internationalen Gesetzen, die in ihren Auswirkungen teilweise widersprüchlich sind.
Darum sind Änderungen nur in vielen kleinen Schritten möglich und müssen gut abgesprochen umgesetzt werden. Deshalb dauern mögliche Änderungen sehr lange.
Zum Ende des Termins hatten wir noch die Gelegenheit ein offizielles Gruppenfoto und zusätzlich private Erinnerungsbilder zu machen.
Frau Verheyen hat sich zu uns in unsere Runde gesetzt, zeigte keine Berührungsängste und erzählte von der Behinderung ihrer Mutter. Wir hatten dann noch Zeit im Raum in unterschiedlichen Zusammensetzungen an verschiedenen Orten, auch auf dem Podium Bilder zu machen.
Wir erlebten Frau Verheyen als sehr sympathisch, menschlich offen, und konkret an jedem Einzelnen interessiert.
Frau Verheyen hat uns zum Abschied ein Wiedersehen in Aachen versprochen und uns angeboten, mit ihrem Aachener Büro in Kontakt zu bleiben. Das fanden wir total klasse.
Anschließend sind wir mit Frau Maennl Schorn in den Sitzungssaal gegangen. Dort haben wir Erklärungen zur Sitzordnung und zum Ablauf von Sitzungen erhalten. Frau Maennl Schorn hat uns von ihren Erfahrungen mit den Sitzungen in Brüssel und den monatlichen Dienstreisen nach Straßburg erzählt. Das war sehr spannend. Wir wussten nicht, dass jeder Abgeordnete mit einem Mitarbeiter zur Sitzungswoche nach Straßburg mit einem Sonderzug oder Privatfahrzeug fährt.
Auch die Dauer eine Sitzungstages, gegen 8:30 Uhr gehen die Beteiligten aus dem Hotel und kommen Abends erst nach 21:00 Uhr zurück und müssen dann noch tagesaktuelle Unterlagen bearbeiten, war für uns erstaunlich.
Wir gut verstehen, dass alle Beteiligten am Ende so einer Woche ausgepauert sind.
Nach diesen vielfältigen Eindrücken sind wir zum Haus der europäischen Geschichte gegangen.

Das Gebäude, in dem dieses Museum untergebracht ist, liegt in einem kleinen Park. Wir mussten, vor der Sicherungsschleuse warten. Zum Glück war es trocken, wir konnten sogar zwischendurch kurz die Sonne sehen. Der Einlass in das Haus der europäischen Geschichte geschah Gruppenweise und es waren zwei Gruppen vor uns dran.
Nach dem Einlass, während unsere Audio Guides vorbereitet wurden sind wir zur Stärkung in die Cafeteria gegangen.
Das Museum „Haus der europäischen Geschichte“ ist auf sechs Etagen untergebracht.
Es sind Ausstellungsstücke, Bilder, kurze Filme zu unterschiedlichen Zeiten von ca. 1900 bis zur aktuellen Zeit ausgestellt. Mit dem Guide kann man sich zu jedem Ausstellungsstück den Hintergrund oder Zusammenhang erklären lassen. Auf jeder Etage ist eine andere Zeitetappe ausgestellt. Die Zeitetappen sind Schritte auf dem Weg von einzelnen Staaten, die immer wieder in Spannungen oder Kriegen sind, hin zu einem Europa, bei dem die Staaten politisch zusammenarbeiten.

Es hat mich schon beeindruckt, wie wichtig Politik für friedliches Zusammenleben sein kann.
Die Vielfalt fand ich sehr interessant und gut. Für mich waren die geschichtlichen Dinge sehr attraktiv dargestellt. Mit dem Guide konnte ich alleine das Museum erkunden und mir für die Dinge, die mich interessierten Zeit nehmen.
Klasse fand ich auch, dass es außer Urkunden und Waffen Einblicke gab, wie die Leute echt gelebt haben, wie unterschiedlich zum Beispiel die Situation in Ost- und Westdeutschland war. Die Schule, die Freizeit, die Wohnungen und was die Leute im Urlaub gemacht haben. Auch der Oldtimer als Ausstellungsstück war schon etwas Besonderes.
Ich bin eigentlich kein besonderer Politik-Fan aber da ist mir deutlich geworden, wie eng der Zusammenhang zwischen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen und Lebensverhältnissen ist.
Ich hätte mir noch die Zeit gewünscht, am Ende einen Austausch über das Erlebte zu haben - aber der Tag war so lang und viele waren einfach platt. Ich glaube dazu fehlte dann insgesamt die Kraft.
Für mich war es ein toller Tag mit vielen unterschiedlichen Erlebnissen und Lernerfahrungen. Ich würde auch noch mal hinfahren, um mir einzelne Sachen mit mehr Zeit anzusehen. Klasse fand ich auch, wie viele unterschiedlich Leute da waren. Wir haben sehr unterschiedliche Sprachen bei den Besuchern gehört, das war schon sehr international.
 
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